La Storia


The History

 

Die Ursprünge

     Die ersten Ansiedlungen zu Füßen der Hügel,  wo der Fluß Brenta in die Ebene mündet, werden von den Resten der Nekropole von S. Giorgio von Angarano bezeugt, bei denen Gegenstände gefunden wurden, die aus dem XI.  – IX. Jahrhundert v. Chr. stammen. 
     Die römische Ansiedlung geht wahrscheinlich auf das II. Jahrhundert v. Chr. zurück. Von einem gewissen Bassanius, einem römischen Siedler (colonus), dem Besitzer eines fundus, d. h. eines Landguts, stammt vielleicht der Name der Stadt. 


Urne aus der Nekropole von
S. Giorgio

 


 

Das Mittelalter, die Ezzelini und die Visconti (568 – 1404)

     Es sind wenige Spuren der langobardischen (568 –774)  und fränkischen (774 – 888) Besatzung  übrig geblieben. Demgegenüber ist die darauffolgende Epoche von der ersten Kunde (998) gekennzeichnet, die die Existenz der Landpfarrei S. Maria belegt. Sie bildet zusammen mit der Burg, die zum erstenmal 1150 erwähnt wird, den ursprünglichen Kern Bassanos. 
    
Bald wollte Vicenza, von der strategischen Bedeutung der neuen Siedlung überzeugt, ihr seine Vorherrschaft aufzwingen und ließ eine Versammlung von 800 Einwohnern Bassanos einen Treue- und Gehorsamseid schwören (1175).
 
In den folgenden Jahrhunderten verband sich die Geschichte Bassanos mit den politischen und militärischen Taten der Ezzelini.  Ihre Macht stammte vom Reichtum des Bodens; er vermehrte sich dank der Abtretung des Kirchenzehnten, der man durch den Bischof von Vicenza bekam, und durch die „mude”, den Zoll, der vor den Toren der Stadt erhoben wurde.  Die Herrschaft der Ezzelini schränkte einerseits die Autonomie der Stadt ein, förderte andererseits aber durch die Erfahrung , die aus der Verwaltung der Güter der Ezzelini gewonnen wurde, die Bildung der ersten kommunalen Ämter.
    
Als 1259 Ezzelino III. starb, erbaten die Bassaner den Schutz von Padua und ließen sich die Güter und Rechte übereignen, die die Ezzelini besaßen. Dabei regelten sie mit Statuten das Leben der Stadt.
     Nach der kurzen Herrschaft Vicenzas (1260-1268) erlebte Bassano eine schwierige Zeit. Die Stadt unterstand Padua, Verona, und von neuem Padua, bis sie 1388 den Visconti zufiel.

Die Zeit unter den Visconti ist von einer relativen Autonomie der Stadt gekennzeichnet. Sie wird durch die letzte Fassung der Statuten im Jahr 1389 dokumentiert.



G. Chiuppani, idealer Stadtplan von
Bassano zur Zeit der Ezzelini

Statuten aus dem Jahr 1259.
Details 

 


 

Die Herrschaft Venedigs (1404 – 1797)

     Am 10. Juni 1404 hat sich Bassano Venedig untergeordnet. Die Vereinbarungen sahen die Erhaltung der Statuten und der Regeln und Gebräuche der Stadt vor. Bassano wurde eine Gemeinde (podesteria) und wurde  von einem Bürgermeister (podestà) zu gleicher Zeit Hauptmann (capitano) regiert, den der Senat unter den venezianischen Adligen auswählte.
     Das Territorium Bassanos dehnte sich östlich bis Pove, Cassola und Rossano aus, südlich bis Tezze am Brenta, nördlich bis Primolano, während es im Westen vom Lauf des Brenta mit dem Brückenkopf des Dörfchens Angarano auf Vicentiner Gebiet begrenzt wurde.

     Die vier Jahrhunderte während der Herrschaft der Serenissima schenkten Bassano eine lange Zeit des Friedens. Sie wurde lediglich zwischen 1509 und 1513 vom Krieg des Bündnisses von Cambrai unterbrochen. Sie war geprägt von  einer starken  Entwicklung der wirtschaftlichen Tätigkeiten, wie die Verarbeitung von Wolle, Seide, Leder und Schmuck sowie der Handel mit diesen Produkten.
     In der Kunst wurde im 16. Jahrhundert die Dynastie der Maler Da Ponte berühmt. Auf dem Gebiet des Buchdrucks beherrschten die Drucker Remondini den Markt der Bücher und der Gravuren und machten so den Namen Bassanos in ganz Europa bekannt.
    
Am 27. Dezember 1760 ernannte der venezianische Senat Bassano zur Stadt.

 

Kommission des Doge Andrea Gritti
an den Bürgermeister von Bassano
Giovan Simone Zorzi, 1537

Jacopo da Ponte,"La pesca miracolosa"
(Detail mit Ansicht von Bassano

 


 

Die Brücke

     Die Brücke über den Brenta zwischen den Siedlungen von Bassano und Angarano wird zum ersten Mal in der Chronik von Gerardo Maurisio für das Jahr 1209 erwähnt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Brücke, der eine große ökonomische und militärische Bedeutung zukam, oft von Kriegsgeschehnissen oder vom Hochwasser des Brenta zerstört. Sie wurde immer wiederaufgebaut, mal aus Stein, mal aus Holz.
     Nach wiederholten Zerstörungen beauftragte der Rat im Jahr 1569 Andrea Palladio, eine Holzbrücke zu entwerfen. Es scheint aber, daß der berühmte Architekt die Brücke nicht ex novo entworfen habe, sondern von einer bereits existierenden Vorlage ausgegangen ist, die in einer Mappe aus dem Jahre 1557 dokumentiert ist.

     Die Brücke „Palladios“ wurde vom Hochwasser im Jahre 1748 zerstört. Sie wurde mit einigen Veränderungen 1751 von Bartolomeo Ferracina wiederaufgebaut.


La prima immagine del Ponte, 1557

Andrea Palladio, Il Ponte di Bassano

 


 

Der Fall der Serenissima und das Zeitalter Napoleons (1797 – 1813)

     Der Sieg Napoleons über die Österreicher in der Schlacht von Bassano am 8. September 1796 war der Beginn einer unruhigen Zeit, die durch Regierungswechsel und tiefe Veränderungen im wirtschaftlichen - und zivilen Leben geprägt wurde.
     Nach dem Fall der Republik Venedig (Mai 1797) eroberten demokratische Regierungen in Form von „Bürgerschaften“ die Macht. Ende 1797 besiegelte der Friedensvertrag von Campoformio den Übergang zu Österreich. Die Österreicher blieben von 1798 bis Ende 1805 als der Veneto dem Königreich Italien überantwortet wurde. In dieser Zeit wurde Bassano zur Kantonshauptstadt und „Gemeinde erster Klasse“.

 

 

L. F.Couché, die Schlacht von Bassano

 


 

Das Reich Lombardo-Venetien (1815 -1866)

    Am 7. April 1815 wurde Bassano in das Reich Lombardo-Venetien eingegliedert und zur Provinz Vicenza zugeschlagen. Im darauffolgenden Jahr wurde Bassano, als einzige Nicht-Provinzhauptstadt im Veneto, zur königlichen Stadt ernannt.
     Die politische und soziale Ruhe wurde von der kurzen revolutionären Erfahrung des Jahres 1848 unterbrochen. Am 25. März wurde auch in Bassano eine provisorische Regierung ausgerufen, aber schon am 5. Juni eroberten die Österreicher die Stadt von neuem.
     Nennenswerte Ereignisse aus der Zeit der österreichischen Herrschaft sind: 1831 die Ve rlagerung des Krankenhauses vom Franziskanern zum Reformierten Kloster, das von Kaiser Franz I. der Stadt geschenkt worden war; die Cholera-Epidemie aus dem Jahr 1836; die Eröffnung der Bibliothek und des Museums zwischen 1840 und 1843; die Förderung der Fürsorge und der Bildung und viele Instandsetzungsarbeiten von Straßen und Plätzen.

S. Lovison, der Brenta von der Brücke von
Bassano im Jahr 1827

M. Moro, Piazza Maggiore in Bassano, 1852

 


 

Bassano wird italienisch (1866)

     Am 14. Juli 1866 verließen die Österreicher, die im III. Unabhängigkeitskrieg geschlagen worden waren, die Stadt, und einige Tage später zogen die vom General Medici geführten italienischen Truppen ein. Am 21. Oktober fand ein Plebiszit statt, das den Anschluß an Italien sanktionierte.
     Bassano wird mit der Eisenbahn mit Padua (1877), mit Venedig (1908), sowie mit Trento und Vicenza (1910) verbunden. 1897 wird der Aquädukt eingeweiht, und zwischen 1913 und 1917 wird eine neue Brücke über den Brenta gebaut.

 

 


 

Der Erste Weltkrieg (1915-1918)

    Bereits vom Anfang der Feindseligkeiten an wurde Bassano zum Kriegsgebiet erklärt und  blieb dies bis zum Ende des Krieges. Folglich waren alle ökonomischen und sozialen Tätigkeiten, vor allem seit 1916 so gut wie gelähmt.

Militärambulanzen in viale Venezia

     Nach der Niederlage von Caporetto befand sich die Stadt auf einmal an der vordersten Front, so daß die Verantwortlichen die Evakuierung aller Einwohner beschlossen. Ende Dezember 1917 verließen mindestens 7000 Personen in nur drei Tagen die Stadt. Am Ende des Krieges zählte man 30 Luftangriffe mit 527 geworfenen Bomben, 330 Toten, fast ausschließlich Soldaten, und 250 zerstörte oder beschädigte Häuser.

Zerbombtes Haus in via Marinali

 


 

Der Faschismus, der Zweite Weltkrieg und der Widerstand (1922-1945)

     Das bedeutendste Ereignis der ersten Nachkriegszeit war die Gründung des Venetischen Metallurgischen Emaillierwerks. Es wurde in kurzer Zeit das wichtigste Unternehmen von Bassano. Neben ihm gab es weitere mittlere und kleine Betriebe, sowie viele Firmen des Handels und Handwerks.
     Zwischen 1922 und 1943 behauptete sich das faschistische Regime auch in Bassano. Ab 1926 wurden keine Gemeindewahlen mehr abgehalten, und der Bürgermeister wurde von einem podestà ersetzt, der von der Regierung eingesetzt wurde.
     Der Krieg verursachte Entbehrungen vor allem bei der Ernährung.
     Nach dem Zusammenbruch des Faschismus und während der deutschen Besatzung befand sich Bassano mit der Resistenza noch einmal an der vordersten Front. Nach der Durchkämmung des Grappa im September 1944, die  500 Tote und 400 Deportierte verursachte,  erlebte die Stadt ihren tragischsten Augenblick, als am 26. September 1944, 31 junge Männer an den Bäumen der städtischen Alleen erhängt wurden.
     Aufgrund der Opfer der letzten zwei Kriegsjahre wurde Bassano del Grappa die Goldmedaille für Tapferkeit verliehen.

Gedenktafel an einem Baumder viale
dei Martiri

 


 

Bassano heute

     Der Industrialisierungsprozeß und die Entwicklung der handwerklichen und kommerziellen Tätigkeiten in den letzten 50 Jahren haben zu einer großen Ausdehnung der Stadt außerhalb des historischen Zentrums geführt. Es sind neue Viertel entstanden, und die Bevölkerung hat Ende 2000 die Zahl von 40000 Einwohnern überschritten.

 

 


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